Brandenburgischer Baukulturpreis 2015

Bauen im Kontext

Mit den seit nahezu 20 Jahren vorliegenden Ergebnissen der Architekturpreise und jetzt der Baukulturpreise in Brandenburg werden besondere baukulturelle Leistungen gewürdigt und dokumentiert. Im Rückblick wird auch die Entwicklung der Baukultur im Land Brandenburg über Jahre ermöglicht. Unser Dank gilt besonders dem Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung in Brandenburg für dessen umfassende und aktive Unterstützung. Gleichwohl gilt dieser Dank auch den vielen Bauherren im Land den privaten, öffen-tlichen und institutionellen. Deren Planungswille ist die Basis für die Leistungskraft der Architekten und Ingenieure. Unter dem Leitmotiv ‚Bauen im Kontext‘ wurde der Brandenburgische Baukulturpreis 2015 ausgelobt. Die Vielfalt des Landes Brandenburg spiegelt
sich in den eingereichten 61 Objekten zum Brandenburgischen Baukulturpreis wider, aber auch der Anspruch und Gestaltungswille der Bauherren. Weitere 8 Vorschläge wurden zu Initiativen zur Förderung der Baukultur eingereicht.Brandenburgischer Baukulturpreis 2015.

Bereits zum vierten Mal vergeben die Brandenburgische Architektenkammer und die Brandenburgische Ingenieurkammer gemeinsam den Brandenburgischen Baukulturpreis. Der Preis würdigt herausragende aktuelle Leistungen des Bauens im Land Brandenburg und dokumentiert die Breite qualitätsvoller Bauvorhaben. Damit trägt der Wettbewerb auch dazu bei, Planen und Bauen als wichtige Aufgaben noch stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein zu rücken. Bauen im Kontext, das Motto des diesjährigen Baukulturpreises spricht mehrere Aspekte an. Einerseits ist damit der räumliche Bezug des Bauwerks zu seiner Nachbarschaft gemeint: das moderne Gebäude in historischer Altstadt, die altengerechten Wohnungen im Bestand, das klug ausgebaute Bauernhaus im Dorf, die neue Brücke in einem Park. Jedes Bauvorhaben, sei es Neubau, Umbau oder Ausbau soll nicht nur für sich selber schön und nützlich sein, sondern auch seine Umgebung bereichern und aufwerten. Bauen im Kontext meint aber auch die Qualität des Verfahrens. Baukultur ist immer Verfahrenskultur. Sie entsteht im Dialog des qualitätsbewussten Bauherrn mit den Planern und weiteren Experten, mit der lokalen Öffentlichkeit sowie mit Politik und Verwaltung. Wir unterstützen die Bemühungen der Brandenburgischen Architektenkammer, den Kommunen die fallweise Einbeziehung mobiler Gestaltungsbeiräte anzubieten. Die Einbeziehung von externem und unabhängigem Sachverstand kann die Qualität der Planung wichtiger Bauvorhaben erhöhen.

Nicht zuletzt verweist das diesjährige Motto des Baukulturpreises darauf, wie eng verwoben die Aufgaben der Architekten und Ingenieure sind. Unsere Gebäude werden technisch immer aufwendiger. Wir wollen so wenig Energie wie möglich verbrauchen. Hightech im Haus wird zur Regel. Der überzeugende gestalterische Entwurf muss durch ein ausgereiftes technisches Konzept ergänzt werden. Dies erfordert häufig die Einbeziehung spezialisierter Fachplaner. Ich bedanke mich bei beiden Kammern, vor allem aber bei den Teilnehmerinnen und Teilnehmern des Wettbewerbs für ihr Engagement. Der Baukulturpreis wird wie in den vergangenen Jahren dazu beitragen, anhand gelungener aktueller Beispiele eine breitere Diskussion über gute Baukultur im Land Brandenburg anzustoßen.

Von der Kindertagesstätte in Wittstock, einer Freianlage auf dem Burgberg in Lebus, einem Museum in Neuzelle, dem Wohnmöbel in Wandlitz bis zu einem Hochschulbau in Eberswalde reicht das Spektrum. Die kreative Kooperation von Architekten, Ingenieuren und Bauherren steht für die herausragende Qualität dieser Objekte. Generationengerechte Planungen, Energieeffizienz und neue konstruktive und technische Systeme werden von vielen der eingereichten Objekte getragen. Der Baukulturpreis widmet sich auch dem Engagement von Bürgern und Initiativen, welche sich oft seit Jahren um markante Gebäude und Orte im Land bemühen. Deren Einsatz ist die dabei meist die Grundlage für die Förderung und Entwicklung der Baukultur in Brandenburg. Die damit verbundenen Beiträge sind identitätsstiftend und nicht verzichtbar. Den Respekt vor dem Ort, das Selbstbewußtsein der Planung, die unaufgeregte Reduzierung von Funktionen, Konstruktion und Gestaltung auf einen wesentlichen Kern, der aber auch ein hohes Maß an Sinnlichkeit bewirkt, kennzeichnet die ausgezeichneten Objekte des Brandenburgischen Baukulturpreises 2015.

Bernhard Schuster
Präsident Brandenburgische Architektenkammer

Matthias Krebs
Präsident Brandenburgische Ingenieurkammer

Die Jurysitzung fand am 29. Juni 2015 statt. Die Jury setzte sich wie folgt zusammen:
• Dipl.-Ing. Bernhard Schuster, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer (BA), Vorsitz
• Dipl.-Ing. Matthias Krebs, Präsident der Brandenburgischen Ingenieurkammer (BBIK)
• Prof. Dr.-Ing. Wolfgang Schuster, BTU Cottbus-Senftenberg, Fachbereich Architektur
• Prof. Dr.-Ing. Johannes Vielhaber, Fachhochschule Potsdam, Fachbereich Bauingenieurwesen
• Prof. Dipl.-Ing. Johanne Nalbach, Architektin
• Prof. Dr.-Ing. Michael Staffa, Bauingenieur
• Dr. Ruth Klawun, Brandenburgisches Landesamt für Denkmalpflege und Archäologisches Landesmuseum (BLDAM)

Nichtstimmberechtigte Sachverständige wurden nicht berufen. Die Vorprüfung wurde am 4. Juni 2015 durchgeführt.

Mitglieder der Vorprüfung:
Brandenburgische Architektenkammer:
• Dipl.-Ing. Philipp Jamme, Architekt, Ausschuss Wettbewerb und Vergabe
• Dipl.-Ing. Michael Klingenberg, Architekt
• Dipl.-Ing. (FH) Marcel Adam, Landschaftsarchitekt

Brandenburgische Ingenieurkammer:
• Prof. Dr.-Ing. Bernd Schweibenz, Ingenieur
• Dipl.-Ing. Norbert Seidel, Ingenieur

Gern senden wir Ihnen die Dokumentation zum Brandenburgischen Baukulturpreis 2015 gegen eine Gebühr von 2,20 € zu. Bitte schicken Sie ein E-Mail an die Landesgeschäftsstelle info@ak-brandenburg.de

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