Mo, 08. April 2019

Brandenburger Architekten fordern: Kohleausstieg-Milliarden müssen bei den Menschen ankommen!

Brandenburger Architekten fordern: Kohleausstieg-Milliarden müssen bei den Menschen ankommen!

Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer schlägt Stiftung vor, um den Strukturwandel mit den Bürgern zu gestalten

Die Brandenburgische Architektenkammer begrüßt das Vorhaben der Bundesregierung den Empfehlungen der Kohlekommission zu folgen. 3,6 Milliarden Euro sollen demnach dem Land Brandenburg als direkte Finanzhilfe zufließen, um den notwendigen Strukturwandel sozial verträglich zu gestalten.

„Das geht nicht ohne eine starke Beteiligung der Menschen im Land“ ist sich Kammerpräsident Christian Keller, selber Architekt in der Lausitz-Stadt Cottbus, sicher. Dafür ist es wichtig, mit den Menschen „auf Augenhöhe“ zu sprechen und die Wünsche, Sorgen und Probleme der Menschen vor Ort ernst zu nehmen.

„Die Menschen wissen in der Regel sehr gut, wo der Schuh drückt, und unsere Architekten und Stadtplaner sind geübt darin, diese Bedürfnisse in nachhaltige Entwicklungen zu übersetzen, die tragfähig sind. Das macht die politische Entscheidungsfindung klarer, die immer mehr Menschen in unserem Land zunehmend willkürlich erscheint“, so Keller.

„Wir brauchen jemanden, der sich darum kümmert, dass die Menschen vor Ort gehört werden und der den Dialog mit den politischen Entscheidern fachlich begleitet, damit die zugesagten Milliarden nicht wieder in vermeintlichen Leuchtturmprojekten verschwinden“ meint Keller und schlägt vor einen Teil des zugesagten Geldes für eine unabhängige und überparteiliche Stiftung zu verwenden, die diese Aufgabe übernimmt.

Die Brandenburgische Architektenkammer kann dabei auf langjährige Erfahrungen mit modernen Bürgerbeteiligungsverfahren zurückgreifen. Formate wie „Stadt-Land gestalten“ oder „Die Stadtentdecker“ sind inzwischen bundesweit bekannt, weil schon Schülerinnen und Schüler ab der vierten Klasse in einen moderierten Dialog mit der Kommunalpolitik treten können und als Experten ihrer eigenen Umwelt lernen, wie Entscheidungen in einem demokratischen Diskurs vorbereitet werden.

Ansprechpartnerin:
Beate Wehlke, Geschäftsführerin der BA, Tel. 0331 275910.