Die Stadtentdecker - ein Projekt, entstanden im Kulturland Themenjahr 2013, fortgeführt seit 2014.

Die Stadtentdecker

Einführung in das Projekt Die Stadtentdecker

Die Verantwortlichen
Das Projekt wurde im Rahmen des von Kulturland Brandenburg initiierten Themenjahres »spiel und ernst – ernst und spiel. Kindheit in Brandenburg« im Jahre 2013 von der Brandenburgischen Architektenkammer konzipiert.
Finanziell wurde es ermöglicht durch die Institutionen
-    Ministerium für Infrastruktur und Landesplanung (MIL) und Kulturland Brandenburg e. V.
-    Ministerium für Bildung, Jugend und Sport des Landes Brandenburg
-    Arbeitsgemeinschaft »Städtekranz Berlin-Brandenburg«.
-    Brandenburgische Architektenkammer

 

Thematisch greift der Projektansatz auf Vorarbeiten der Brandenburgischen Architektenkammer zurück, in der die Arbeitsgruppe »Architektur und Schule« seit etwa zehn Jahren unter der Leitung von Carl Schagemann tätig ist. Die Mitglieder dieser Gruppe engagieren sich dafür, architektonisch bedeutsame Themen in die Schulen zu bringen. Sie entwickelten dazu »Architektur – Bausteine für den Themenplan – Eine Information für Lehrerinnen und Lehrer an den allgemeinbildenden Schulen in Brandenburg«. Die Gruppe bietet den Schulen anhand von Unterrichtsanregungen, die in Zusammenarbeit mit einer Pädagogin entstanden, Unterstützung bei Fragen der Architekturvermittlung an.
Im Rahmen dieser Arbeit konzipierte Sabine Thürigen – ein Mitglied der Arbeitsgruppe - als eine Form des Stadtspaziergangs eine Stadtsafari für Babelsberg, einem Stadtteil von Potsdam. Sie erprobte die Stadtsafari in einer Babelsberger und mit Schülern einer Berliner Grundschule und machte so gute Erfahrungen, dass diese zum Ausgangspunkt des Stadtentdecker-Konzeptes wurden.

Die interkommunale Arbeitsgemeinschaft »Städtekranz Berlin-Brandenburg« wurde 1995 zur Förderung des fachlichen Erfahrungsaustauschs der Stadtverwaltungen und zur gemeinsamen Interessenvertretung in Fragen der Landes- und Stadtentwicklungsplanung gegründet. Seit den späten 1990er Jahren bieten die Mitgliedsstädte der Arbeitsgemeinschaft in der Publikationsreihe »Stadtspaziergänge« themenspezifische Stadtrundgänge an, die sich inhaltlich an den jeweiligen Kulturland-Themenjahren orientieren.

Wandten sich die bisherigen »Stadtspaziergänge« an Touristen und fachlich interessierte Besucher der Städte, ist das Verbundprojekt »Die Stadtentdecker« erstmals auf eine ganz andere Zielgruppe ausgerichtet. Es wendet sich an Kinder und Jugendliche in den Städten und lädt diese ein, ihre Stadt aktiv zu entdecken und eine eigene, ganz spezifische Wahrnehmung der gebauten Umwelt zu entwickeln. Dabei werden sie von erfahrenen Pädagogen und Architekten begleitet.
Das Verbundprojekt greift die bisherigen Aktivitäten beider Initiatoren – »Stadtspaziergänge« des Städtekranzes sowie »Stadtsafari« und »Architektur + Schule« der Architektenkammer – auf und führt sie in den »Stadtentdeckern« zusammen.

Das Anliegen
Kinder und jugendliche Stadtbewohner wachsen in bebauter Umgebung auf. Gebäude, Straßen, Plätze, Anlagen und Freiflächen sind allgegenwärtig und haben Auswirkungen auf gesellschaftliche wie individuelle Lebensformen, auf die Art und Weise der Kommunikation, die persönlichen Entwicklungsmöglichkeiten u. v. m. Kinder und Jugendliche verbinden mit der gebauten Umgebung Gefühle, sie spüren intuitiv, wo sie sich wohlfühlen und wo nicht, und richten ihre Gewohnheiten daran aus.
Eine bewusste, sensible Wahrnehmung vorhandener oder auch fehlender Bauqualität und eine Auseinandersetzung mit ihr entwickeln sich jedoch kaum intuitiv. Dazu bedarf es fachkundiger Anleitung, der Vermittlung von Wissen und persönlicher Erfahrungen, mit denen die Sinne geschärft, der Blick differenziert und ein Nachdenken angestoßen werden. Das Projekt verknüpft das Anliegen der Architekturvermittlung mit dem Partizipationsgedanken. Ihm liegt die Überzeugung zu Grunde, dass Menschen über Wissen und Fähigkeiten verfügen müssen, um sich als Bürger an gesellschaftlichen Prozessen aktiv und erfolgreich beteiligen zu können. Schule ist wie kein anderer Ort geeignet, dieses Wissen und diese Fähigkeiten zu vermitteln. Insbesondere Erfahrungen aus der Demokratie-Erziehung zeigen, dass Kinder und Jugendliche immer dann, wenn ihre Anliegen beachtet und ihre Ideen und Wünsche gehört werden, mit großem Engagement reagieren. Immer dann, wenn ihre Perspektive gefragt ist, sind sie motiviert, sich Wissen anzueignen und sich zu Experten zu entwickeln – viel kompetenter als die Erwachsenen es oft erwarten.
Das Anliegen, das mit dem Projekt der Stadtentdecker verbunden ist, zielt auf die Ermöglichung partizipativer (Vor-)Erfahrungen sowie eine Stärkung der Identifikation der jungen Bewohner/innen mit ihrer Heimatstadt. Es setzt dazu Impulse,

  • Kinder und Jugendliche zu einer bewussten Wahrnehmung ihrer unmittelbaren Umgebung zu motivieren und anzuleiten,
  • sie zu befähigen, sich mit den räumlich-baulichen Gegebenheiten ihrer Stadt konstruktiv und kritisch auseinander zu setzen,
  • sich in Fragen der Stadtentwicklung einzufühlen und Vorschläge aus der Perspektive ihrer Lebensgewohnheiten und Wünsche zu entwickeln,
  • den Stadtplanern und Entscheidungsträgern der Stadt den Blick zu öffnen für die Sicht der Kinder und Jugendlichen, die die Stadt als nächste Generation bewohnen werden,
  • den Bürgern und Entscheidungsträgern der Stadt Anstöße für Initiativen zu geben.