Zerpenschleuse
Nominiert
2025

LichtStein Zerpenschleuse

Bauherr/in

Karola und Marc Polotzek

Tragwerksplanung

Borislav Iliev

Fachingenieur:in

Marion Freyberg

Innenarchitektur / Ausstellungsplanung / Lichtplanung

Tillmann Wagner

Kommune / Genehmigungsbehörde

Untere Bauaufsichtsbehörde Barnim

Der LichtStein präsentiert sich selbstbewusst als „Nebengebäude“ auf einem Grundstück in Zerpenschleuse und qualifiziert den ehemaligen Wirtschaftshof. Die gewachsenen Strukturen werden dabei wieder geordnet. Als Ersatzbau einer baufälligen Remise wird der Baukörper in der Höhe erweitert und der Wohnnutzung als Ergänzung zum Haupthaus zugeführt. Die offenen Lofträume werden durch die dreifach gestaffelte Geschossdecke in hohe Wohn- und niedrige Kabinettbereiche zoniert. Die an Holzstäben von der Decke abgehängte Buchenholztreppe mit integrierten Einbaumöbeln aus Seekiefer bildet den hölzernen Kern des Gebäudes und bietet kompakten Stauraum. Kaleidoskopartige Ausblicke und wechselnde Materialoberflächen prägen die Innenräume, runde Dachfenster tauchen sie in wechselnde Lichtstimmungen.
Die Bauteilaktivierung der mit Strohlehm verputzten Wände sorgt für eine konstante Raumluftfeuchte. Den sommerlichen Wärmeschutz unterstützen tiefe Laibungen verdeckt liegender Holzfenster, die gebäudehohe Begrünung und belüftete Dächer. Wasserwand und Wasserbecken in einer Hofbucht sammeln das Regenwasser der Dachflächen zur Gartenbewässerung und adiabatischen Kühlung.Die kluge Einbringung der erforderlichen Funktionen und die differenzierte
Ausformulierung sowohl in der Fassade als auch im Innern sind bemerkenswert.
Die kompakte Gebäudekubatur wirkt effizient auf den Energiebedarf. Die Zweitverwendung von ausgebauten, ortstypischen Materialien stärkt die Einbindung in den Ort. Baukonstruktion, Flächenheizung, Luftwärmepumpe, PV-Anlage zeigen den umweltbewussten Umgang mit der Bauaufgabe. Der LichtStein ist ein gutes Beispiel, bauliche Qualitäten auf engstem Raum zu erreichen und sich dabei in vorhandene Strukturen einzupassen.