Synagogenzentrum Potsdam
Planungsteam
Bauherr/in
Tragwerksplanung
Fachingenieur:in
Innenarchitektur / Ausstellungsplanung / Lichtplanung
Weitere Beteiligte
Nach einer sehr langen Entstehungszeit steht die Synagoge nun als sichtbarer Ausdruck einer Baukulturdebatte und eines intensiv geführten Kommunikationsprozesses mit der Stadtgesellschaft im Herzen der Landeshauptstadt Potsdam. Die Synagoge fügt sich in die Typologie der kurzen Schlossstraße kreativ ein. So wird die Bauflucht im Erdgeschoss aufgenommen, während der Gebetssaal im ersten Obergeschoss aber knapp einen Meter in den Straßenraum vorg schoben ist. Der linke Gebäudeteil, der die Funktionsräume aufnimmt, überragt im Motiv eines gestuften Turmes die benachbarten Gebäude in der Firstlinie deutlich, und ist ab dem monumental wirkenden ersten Obergeschoß in der Flucht leicht zurückgesetzt. Im Ergebnis entspricht die Baumassenkomposition höchsten bauplastischen Ansprüchen. In der Gesamtwirkung entsteht ein spannungsgeladenes aber stimmiges Straßenbild, das sowohl Zurückhaltung als auch die notwendige Prägnanz eines Sakralbaus widerspiegelt.
Zurückhaltung und Ortsverbundenheit kommen durch die Wahl des sandfarbenen Klinkers für die Fassade zum Ausdruck, der an die brandenburgischen Kirchen von Stüler oder Persius erinnert. In den Vordergrund rückt sich dagegen die Synagoge durch eine Vielfalt ikonographischer Elemente. Zu nennen sind das bereits erwähnte Turmmotiv, sowie die signifikante parabelartige Form der sieben schmalen Fenster im Gebetssaal, die mit ihren Fenstergittern im oberen Teil auf die Maschrabiyyas aus der traditionellen islamischen Architektur verweisen.
Der dreigeschossige Gebetssaal im ersten Obergeschoss ist in hellen Holzoberflächen gehalten, wobei der Toraschrein und die nach Osten gerichtete Torarückwand kaligraphisch fein behandelt wurde. Der hohe gesellschaftliche Anspruch und das große Raumprogramm auf dem kleinen Grundstück mit seinen vielen unterschiedlichen Funktionen führen durch eine geschickte vertikale Stapelung der Nutzungen zu einer funktional gut gegliederten Struktur und einem überzeugenden Stadtbaustein.