Mo, 07. Mai 2018

2. Entwurf LEP HR Berlin-Brandenburg: gemeinsame Stellungnahme der beiden Kammern, mehr dazu hier

Stellungnahme der Berliner und der Brandenburgischen Architektenkammer zum Landesentwicklungsplan Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg

Berlin-Brandenburg: Gemeinsame Entwicklung
Der zweite Entwurf des Landesentwicklungsplans Hauptstadtregion Berlin-Brandenburg (LEP HR) wurde im Dezember 2017 vom Brandenburger Kabinett und dem Berliner Senat zustimmend zur Kenntnis genommen. Die Gemeinsame Landesplanungsabteilung wurde mit der öffentlichen Auslegung und Beteiligung betraut. Bis zum 7. Mai 2018 sind dazu schriftliche Stellungnahmen möglich.
Die Berliner und die Brandenburgische Architektenkammer haben am 26. April 2018 in Luckenwalde über wichtige Eckpunkte des LEP HR öffentlich diskutiert, die in eine gemeinsame Stellungnahme eingeflossen sind.
Beide Kammern waren sich über die große Bedeutung einer gemeinsamen Landesentwicklungsplanung Berlin Brandenburg für die weitere Entwicklung Berlins, des Berliner Umlands und des weiteren Metropolenraums einig und befürworten eine parlamentarische Auseinandersetzung. Der LEP HR definiert dabei den Rahmen der Siedlungsflächenentwicklung, der möglichst große Gestaltungsräume für kommunale Entwicklungen belassen sollte.
Dennoch sind gemeinsame Ziele nicht nur möglich, sondern wichtig. Ein Ziel ist die Begrenzung des Flächenverbrauches zugunsten dichterer Städte sowie der Ausrichtung am Siedlungsstern und damit an den historisch gewachsenen Schienenverbindungen regional wie überregional. „Der Siedlungsstern ist auf jeden Fall das richtige Konzept für Berlin und Brandenburg. Wichtig ist aber, dass sich auch die Entwicklung Berlins daran orientiert und Freiräume zwischen den Siedlungsachsen berücksichtigt“, so Christine Edmaier, Präsidentin der Architektenkammer Berlin.
Das Ziel der Gemeinsamen Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg, das aktuelle Berliner Wachstum für die Gesamtregion nutzbar zu machen, wird ausdrücklich unterstützt. „Wer in diesem Zusammenhang aber von ‚Städten in der zweiten Reihe’ spricht, betont die Zentralisierung und befördert somit die Gefahr der Trabantenstadtbildung. Gerade vor dem Hintergrund der Wohnungsmarktentwicklung in Berlin sind Rahmenbedingungen zu schaffen, in denen ein gesundes, vielseitiges Wachstum der Berlin-nahen Städte und eine Berücksichtigung ihrer kulturellen Identität und Diversität ermöglicht werden“, gab Christian Keller, Präsident der Brandenburgischen Architektenkammer zu Bedenken.
Nachhaltige Mobilität, Erreichbarkeit und damit der Verkehrsentwicklungsplanung kommt eine besondere Rolle zu und es bedarf nach Ansicht der beiden Architektenkammern konkreter Aussagen dazu. Der grundsätzlich richtige Ansatz der sternförmigen Entwicklungsachsen sollte um Querverbindungen der Berlin-nahen Städte als „Anker im Raum“ ergänzt werden, um die interkommunale und kulturräumliche Vernetzung innerhalb Brandenburgs zu fördern. Auch der zweite Entwurf des LEP HR trifft keine Aussagen zur Verkehrsentwicklung, da die notwendigen Prognosen nicht vorliegen. Beide Kammern fordern dieses unbedingt zu korrigieren, da eine übergeordnete Verkehrsplanung nicht auf kommunaler oder regionaler Ebene geschehen kann.
In der gemeinsamen Stellungnahme greifen die Berliner und die Brandenburgische Architektenkammer wichtige Themen der gemeinsamen Entwicklung, wie beispielsweise die Wohnsiedlungsentwicklung, den Freiraumschutz, die Entwicklung des weiteren Metropolenraums – der ländlichen Räume - sowie die Erreichbarkeit der Teilräume auf. „Denken hört nicht an der Landesgrenze auf und die Überlegung wo welche Steuereinnahmen fließen, darf nicht einer gemeinsamen Landesentwicklung zum Wohl aller im Wege stehen“, so Christine Edmaier abschließend.
Die gemeinsame Stellungnahme der Architektenkammer Berlin und der Brandenburgischen Architektenkammer zum zweiten Entwurf des LEP HR wurde am 3. Mai 2018 an die Gemeinsame Landesplanungsabteilung Berlin-Brandenburg übergeben.

Sie finden die gemeinsame Stellungnahme hier zum Herunterladen.

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