Mo, 12. Juli 2021

Mehr buttom-up bei der Stadtentwicklung!

Europa, das sind seine Bürger:innen, seine Städte und Regionen. Sie verkörpern insbesondere die kulturelle Vielfalt und Energie, aus der Europa schöpft- produktiv und lebendig, aber auch kontrovers und streitbar. Zu sehr hat sich die Europäische Union - bei allem Erfolg - in den vergangenen Jahrzehnten vor allem "top-down", also von oben nach unten entwickelt. Was Europa jetzt dringend braucht ist die Mitwirkung "bottom- up", also die Mitverantwortung von unten nach oben durch die Europäer:innen selbst und ihrer Städte und Regionen. Sie waren in der Vergangenheit zu sehr nur die Zuschauenden und kritisch Beobachtenden in der EU.

Wir Europäer:innen sind die Eigentümer:innen Europas: Europa ist unser gemeinsames Schicksal und deshalb auch unsere gemeinsame Aufgabe. Die Zukunft Europas kann ohne die Mitwirkung seiner Basis nicht erfolgreich gestaltet werden. Initiativen und Organisationen, welche mit ihren Beiträgen die Entwicklung Europas stärken wollen, sollten sich zusammenfinden und gegenseitig unterstützen.

 

Digitale Plattform "Europe Bottom-Up"

Deshalb entwickelt die Stiftung Zukunft Berlin gemeinsam mit ihren Partner: innen und der Unterstützung des Auswärtigen Amtes eine digitale Kooperationsplattform. Diese Plattform soll Städten, Regionen und verschiedenen Initiativen ein Instrument an die Hand geben für den Austausch über Ländergrenzen hinweg. Ein Instrument, das es leichter macht, voneinander zu lernen, gemeinsame Projekte zu verabreden und durchzuführen - alles mit dem ausdrücklichen Ziel, den europäischen Einigungsprozesses zu fördern und durch den gemeinsamen Auftritt auf der Plattform andere dafür zu gewinnen.

Geplante Funktionen der Plattform:  

1. Vernetzen: Durch Chatfunktionen, Gruppenseiten, der Erstellung eines eigenen Profils und einer Suche-Biete-Plattform können sich für Europa aktive Bürger: innen und ihre Städte und Regionen mit ihrer Aktivität für Europa identifizieren, vernetzen, Erfahrungen austauschen und Zusammenarbeit planen.

2. Kooperation und gemeinsames Arbeiten: im „Co-Working“-Bereich können Arbeitsgruppen an konkreten Projekten für Europa arbeiten. Sie können gemeinsame Dokumente bearbeiten, einen Kalender teilen, Listen erstellen und Aufgaben aufteilen. Ein geschütztes Videoprogramm wird Teammeetings ermöglichen.

3.  Best-practices: In einem Index werden lokale best-practice Beispiele aufgeführt. So können sowohl Stadtregierungen als auch Initiativen von anderen europäischen Städten und Initiativen lernen.

4. Training und Weiterbildung: Hier sollen regelmäßig digitale Seminarreihen stattfinden. Unsere Partnerorganisation Cluj Cultural Centre wird in diesem Bereich ihr erprobtes Programm „Culturepreneurs“ für Kreative anbieten. Das Programm unterstützt Kulturschaffende u. a. dabei, ein eigenes Unternehmen zu gründen oder Fundraising zu betreiben.

Cities for Europe Initiative 

Die Plattform baut auf den langjährigen Erfahrungen von „A Soul for Europe“ (eine europäische Kooperation aus dem Kulturbereich) sowie der Basisgruppe von „Wir sind Europa“ (für den europäischen Dialog mit Stadtgesellschaften) auf und knüpft an „Cities for Europe“ (ein Netzwerk für europäische Städte, die sich zu Europa bekennen und für den Zusammenhalt Europas einsetzen) an. Mehr zur Initiative

Board

Die Plattform wird strategisch von einem Board begleitet, dass sich u.a. aus Mitgliedern des Europäischen Parlaments und Akteur:innen aus Kultur und Zivilgesellschaft zusammensetzt. Die Mitglieder des Boards begleiten das Plattform Projekt und treten als Multiplikator:innen auf. Sie vertreten die Plattform auf Veranstaltungen und initiieren strategische Partnerschaften.

Mitglieder des Boards sind: 

Gabriele Bischoff (MEP), Emil Boc (Bürgermeister Cluj-Napoca), Kathrin Deventer (Generalsekretärin EFA), Hella Dunger-Löper (Präsidentin Landesmusikrat Berlin), Rafal Dutkiewicz (ehemaliger Bürgermeister Wroclaw), Tomasz Frankowski (MEP), Ulrich Fuchs (Kulturexperte aus Marseille), Hannes Heide (MEP), Hannah Neumann (MEP), Niklas Nienaß (MEP), Doris Pack (MEP), Hannes Swoboda (MEP), Istvan Szabo (Regisseur)

Hier können Sie die CHARTA EUROPE BOTTUM-UP herunterladen.