Mo, 23. April 2018

Wettbewerbslandschaft im Überblick: Brandenburg und Schleswig-Holstein haben 2017 nochmal deutlich zugelegt.

Auszug Ausschreibungsmonitor 2018 competitionline 13.03.2018
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Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hessen holen auf
Schaut man auf die bundesweite Statistik, gab es 2017 die meisten Planungswettbewerbe in Bayern (97), Baden-Württemberg (88) und Nordrhein Westfalen (96). Die relevantesten Zuwächse (+16 %) verzeichneten Nordrhein-Westfalen, das dieses Jahr Baden-Württemberg überholt, Hessen (+33 %), Niedersachsen (+42 %) und Schleswig-Holstein (+80 %). Bemerkenswert dabei: Die Anzahl der Wettwerbe in Nordrhein-Westfalen wuchs auch in 2017 von hohem Niveau aus weiter, während sie in Bayern und Baden-Württemberg leicht rückläufig ist. Deutet sich hier eventuell eine Verlagerung weg von den traditionell wettbewerbsstärksten Bundesländern im Süden nach Norden an? „Wenn man die Rückgänge in Hamburg, Bremen und Mecklenburg-Vorpommern mit einbezieht, lässt sich das wohl nicht so interpretieren“, kommentiert Guido Spars, Professor für die Ökonomie des Planens und des Bauens an der Bergischen Universität Wuppertal. Ein Abgleich der Anzahl der Wettbewerbe mit der Bevölkerungsstärke der Bundesländer bestätige zwar das relative Wachstum in Nordrhein-Westfalen und Niedersachsen, sie blieben jedoch trotzdem noch auf einem niedrigeren Niveau als Bayern und Baden-Württemberg. „Die beiden einzigen Länder, die trotz eines hohen Niveaus an Wettbewerben noch mal krä!ig zugelegt haben, sind Schleswig-Holstein und Brandenburg.“ Das bestätige auch die Anzahl der Wettbewerbe pro 100 Architekturbüros je Bundesland.

Verschiebungen in der Ausschreibungslandschaft
Vier von 16 Bundesländern verantworteten in 2017 mehr als 60 Prozent aller Ausschreibungen: Bayern, Hessen, Nordrhein-Westfalen und Brandenburg. Der Löwenanteil davon geht an Nordrhein-Westfalen mit 1865 Ausschreibungen.
Brandenburg (912 Ausschreibungen, +74 %) überholte dabei erstmals das bereits in 2015 und 2016 im Mittelfeld platzierte Baden-Württemberg (681). Mag für den Brandenburger Boom der Speckgürteleffekt rund um die dynamisch wachsende Hauptstadtregion als plausible Erklärung gelten, sollte man wiederum die vergleichsweise niedrigen Zahlen im „Ländle“ nicht als Zeichen von Tatenlosigkeit deuten. Auch die badenwürttembergische Bauindustrie meldete für 2017 einen neuen Wachstumsrekord von 16 Prozent. Ein möglicher Erklärungsversuch: Es sind wohl eher die Probleme als der Geldsegen, die den Schub für öffentliche Ausschreibungen veranlassen. Im finanzstarken Südwesten wurde bereits in der Vergangenheit kontinuierlicher in die Bauten der öffentlichen Daseinsvorsorge investiert, Schulen neu gebaut und saniert. Dagegen stauten sich die Infrastrukturprobleme im bevölkerungsreichsten Bundesland Nordrhein-Westfalen wegen der schlechten Haus altssituation in den Kommunen über Jahre an, um nun in einer Art „Aufbau-West-Programm“ bewältigt zu werden.

Viel Dynamik im Osten
Guido Spars weist mit Blick auf die Ausschreibungslandschaft auf die dynamische Entwicklung einiger Bundesländer hin. Setzt man die Veränderungen für jedes Bundesland ins Verhältnis zur Anzahl der Ausschreibungen, zeigt sich, dass die drei Ostländer Brandenburg (74 %), Thüringen (55 %), Sachsen-Anhalt (40 %) und im Westen das Saarland (49 %) die größten Zuwächse verzeichnen. Hessen und Bayern haben mit 19 Prozent und 16 Prozent nicht ganz so stark zugelegt wie die vier anderen.
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