Brauhausberg Potsdam
Neubebauung Brauhausberg für die Universität Potsdam
Mit großen Erwartungen verfolgt die Brandenburgische Architektenkammer die Entwicklung auf dem Brauhausberg in Potsdam. Nachdem die Gebäude des ehemaligen Landtages fast schon dem Verfall Preis gegeben waren, keimte mit der sich andeutenden positiven Entwicklung Hoffnung auf. Daher sichert die Architektenkammer bei der nachhaltigen Entwicklung dieses wertvollen Ensembles grundsätzlich ihre Unterstützung zu.
Sorge bereiten allerdings die Rahmenbedingungen, die von der Landesregierung Brandenburg sowie der Landeshauptstadt Potsdam für die Schaffung des Bau- und Planungsrechts bis hin zur Realisierung gesetzt sind. Bekannt ist, dass in einem Werkstattverfahren für die anstehende Objektplanung ein städtebaulicher Entwurf entwickelt werden soll. Grundlage dafür sind mehrere Entwürfe jedoch nur eines Autors, was die erforderliche Ideenvielfalt einschränkt. Offen ist, welches Objektplanungsbüro mit der dann folgenden architektonischen und konstruktiven Durcharbeitung beauftragt werden wird. Das Werkstattverfahren ist sehr geeignet, die Planungsgrundlagen zu ermitteln, jedoch ersetzt es nicht die Findung des besten Entwurfs aus einer Vielzahl von unterschiedlichen Urhebern. Diese Verfahrensweise entspricht weder den baukulturellen Anforderungen noch einfachen Vergaberegeln wie sie für öffentliche Bauaufgaben gelten.
Baukultur ist Verfahrenskultur.
Von einem Projekt, das nach den Aussagen für „europaweite Maßstäbe“ der Landesregierung stehen soll, muss eine Vorbildwirkung für gute Baukultur im Land Brandenburg und vor allem auch für gute Prozess- und Verfahrenskultur, ausgehen.
Hochschulgebäude sind Beispiele für gelebte Demokratie und lebendige Zeugnisse einer humanen Gesellschaft, sie stiften Identität und stellen einen Lebensraum dar, der nicht nur für Lehrende und Studierende, sondern der breiten Öffentlichkeit zeigt, wie die öffentliche Hand gestalterische und funktionale Qualitäten achtet und für die Erfüllung der Bedürfnisse aller Menschen steht. Mit der Entscheidung für die Entwicklung dieses Gebietes wird ein neues Stück Stadt entstehen. Akzeptanz dafür muss eine der wichtigsten Grundlagen bilden.
Daher ersucht die Brandenburgische Architektenkammer den Ministerpräsidenten des Landes Brandenburg sowie die Oberbürgermeisterin der Landehauptstadt Potsdam als politische und hoheitliche Träger des Vorhabens, die Architektenkammer in die Entscheidungsprozesse einzubinden, Vergabeordnung und Vergaberecht einzuhalten. Eine vorbehaltslose Mitwirkung der von der Architektenkammer vertretenen planenden Berufe sowie der Öffentlichkeit sind als Teil einer demokratisch begründeten Entstehungsgeschichte zu verstehen.
Dipl.-Ing. Andreas Rieger, Präsident
Kontakt:
Dipl.-Ing. Maria Pegelow
Referentin für Öffentlichkeitsarbeit, Wettbewerb und Vergabe
Brandenburgische Architektenkammer
Kurfürstenstr. 52
14467 Potsdam
Tel.: 0331 – 2759 123
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