„Baukasten statt Einzelstück“ – Architektenrecht und serielles Bauen
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich vor allem an Hochbau- und Landschaftsarchitektinnen und -architekten, ist aber auch für Ingenieure und Ingenieurinnen sowie Mitarbeitende von Immobilien- und Projektentwicklungsunternehmen interessant.
Lernziel
Am Ende des Seminars kennen die Teilnehmenden die zentralen rechtlichen Rahmenbedingungen des seriellen Bauens aus Sicht der Planung. Sie sind für Fragen der Leistungsabgrenzung, Honorarfragen und von Haftungsrisiken bei seriellen und modularen Bauprozessen sensibilisiert und erhalten einen Überblick über relevante Aspekte des Vergabe- und Bauproduktenrechts.
Methodik
Grundlagenvortrag mit Fallbeispielen aus der Praxis und Lösungsstrategien in Standardkonstellationen.
Inhalt
Das Seminar vermittelt einen praxisorientierten Überblick über die rechtlichen Rahmenbedingungen des seriellen und modularen Bauens aus Sicht der Planung. Zu Beginn werden die unterschiedlichen Formen des seriellen Bauens sowie deren Bedeutung für Planung, Projektorganisation und Bauausführung erläutert. Im Mittelpunkt stehen dabei die Veränderungen der Planungsprozesse, die sich durch standardisierte Systeme, modulare Bauweisen und industrielle Vorfertigung ergeben.
Ein Schwerpunkt liegt auf der Frage der Leistungsabgrenzung und der Verantwortlichkeiten zwischen Architekturbüro, Systementwicklern, Modulherstellern und Bauunternehmen und den Folgen für die Vertragsgestaltung.
Darauf aufbauend werden typische Honorarfragen bei seriellen Projekten behandelt. Im Fokus stehen insbesondere die Vergütung von Typenplanungen und Systementwicklungen, die Honorierung von Wiederholungsprojekten, die Abgrenzung zwischen einmaliger Entwicklungsleistung und projektbezogener Planung, Nutzungsrechte sowie Fragen des Nachtragshonorars.
Ein weiterer zentraler Teil des Seminars widmet sich den Haftungsfragen im seriellen Bauen. Anhand typischer Konstellationen wird erläutert, wie Verantwortlichkeiten bei Planungsfehlern, Systemfehlern oder Serienmängeln verteilt sein können und welche besonderen Risiken sich daraus für Planerinnen und Planer ergeben.
Ergänzend werden grundlegende Aspekte des Bauproduktenrechts bei vorgefertigten Bauteilen und Modulsystemen sowie vergaberechtliche Besonderheiten serieller Bauvorhaben im öffentlichen Bereich behandelt. Abschließend werden praktische Hinweise zur Vertragsgestaltung und zur Organisation serieller Bauprojekte gegeben.