Wohnungsbau im demografischen Wandel: Barrierefrei - generationengerecht - bezahlbar
Zielgruppe
Das Seminar richtet sich vor allem an Architektinnen und Architekten, ist aber auch interessant für Studierende sowie Wohnungsgesellschaften und Betreiber der Altenhilfe, die sich mit generationenübergreifender Entwicklung des Wohnungsbaus auseinandersetzen.
Lernziel
Das Seminar verdeutlicht den Teilnehmenden anhand zahlreicher aktueller Projektbeispiele, wie hohe Wohnqualität für alle Generationen gesichert werden kann und wie Planungsgrundlagen aus Bau- und Heimgesetzgebung ineinandergreifen.
Methodik
vier 90-minütige Vortragsblöcke inklusive Fragerunden und Diskussion der Gäste
Inhalt
Infolge der demografischen Entwicklung und des aktuellen Wohnungsmangels steigen Nachfrage, Mieten und Preise für den bei Weitem noch nicht ausreichenden barrierefreien Wohnraum in Ballungszentren wie im ländlichen Raum.
Der aktuelle Wandel im Wohnungsbau geht jedoch weit über die Umsetzung von Barrierefreiheit hinaus. Flexible Grundrisse und Wohnungsgrößen, bezahlbare Mieten, und zentrale Standorte mit guter Infrastruktur und Zugriff auf pflegerische Versorgungsstrukturen sind Grundvoraussetzungen für generationengerechte Wohnvielfalt im Quartier. Es geht um einen baulich universalen Ansatz, der Alt und Jung in denselben barrierefreien baulichen Typologien unterschiedliche Lebensentwürfe, Wohnmodelle sowie Pflege- und Unterstützungsangebote ermöglicht.
Neben traditionellem und Betreutem Wohnen integrieren sich in den Wohnungsbau zunehmend auch Gemeinschaftsräume für die Mieterschaft sowie Tagespflegeeinrichtungen und ambulant betreute Wohngemeinschaften für Menschen mit Pflegebedarf, Demenz oder Behinderungen. Im Seminar wird vorgestellt, wie neue Kooperationen zwischen einer sozial engagierten Wohnungswirtschaft und der Pflegebranche mit solchen Wohnprojekten zu besseren Versorgungsstrukturen in jedem Lebensalter beitragen. Erkenntnisse aus neuen Wohnungsbau- und Quartiersprojekten werden vorgestellt, analysiert und diskutiert.
Seminarinhalte:
• Gemeinschaftsorientierte Wohnprojekte
- Demografische Situation
- Seniorenhaushalte und barrierefreier Wohnungsmarkt
- neue Wohnformen im Quartierskontext
- Barrierefreie Grundriss- und Erschließungsvarianten
- Moderation und Beteiligungsverfahren
• ambulant betreute Wohngemeinschaften im Wohnungsbau
- Kooperationen von Wohnungswirtschaft und Pflegebranche
- Versorgungssicherheit ohne Kostenpauschale
- Planungsgrundlagen Bau- und Heimrecht
- Stellplätze und Tiefgaragen
- barrierefreie Badgestaltung
• Servicewohnen und Hybrideinrichtungen
- Komplex- und Hybrideinrichtungen der Altenhilfe
- Servicewohnen in Hybrideinrichtungen, heimverbunden und solitär
- kostenpflichtige Versorgungssicherheit
- Bezahlbares Servicewohnen - wie klein geht barrierefrei?
• Quartiersentwicklung Neubau und Bestand
- Soziales Engagement der Wohnungsgesellschaften
- Tagespflegeeinrichtungen im Wohnungsbau
- Gemeinschaftsräume und Quartiersbüros
- Außenanlagen, Freisitze und Gärten